|
|
|
Freiluftschach
1912; der schönste Gewinnzug |
|
Schwarz am Zug steht vor einer brenzligen Situation:
Die Dame und der
Turm sind angegriffen! Falls man eine Figur rettet, geht die andere und somit auch die
Partie verloren. "Also, was tun?", sprach Zeus in Form
des amerikanischen Großmeisters Frank Marshall - und nach langem Nachdenken zauberte er
den Zug: Dg3 aufs Brett. Marshall zog die schwarze Dame auf ein Feld, wo sie sich
keineswegs in Sicherheit befand, sondern gleich 3-fach angegriffen wurde. Aber dann brandete plötzlich Applaus auf und es wurden sogar Goldmünzen aufs Brett geworfen. Bei näherer Betrachtung stellte sich nämlich heraus, dass Weiß keine Gegenwehr hat. Der russische Meister Lewitzky gab daher die Partie auf. Der wunderschöne Gewinnzug Dg3 hat die weiße Stellung völlig zum Einsturz gebracht! Alle Varianten verlieren oder führen zum Matt. Kein Wunder, dass dieser Zug seither von vielen als der schönste Gewinnzug bezeichnet wurde. Darauf basiert auch das Schachgemälde: Freiluftschach 1912; der schönste Gewinnzug" von Helmut Lichtenegger, Graz 1990.
Stellungsanalyse: Der letzte Zug von Weiß war 23. Te5-c5 mit Angriff
auf die Dame. Er
könnte z.B: mit 23. ... Se2+ auf remis spielen. Denn Weiß hat nur einen
Zug, nämlich: 24. Kh1 daruf würde folgen ...Sg3+ - und nun darf der
kecke Springer mit f2xSg3 nicht geschlagen werden, weil dann einfach 25.
...TxTf1 matt folgt. Der weiße König muß also wieder zurück auf g1 und
dann kommt der Springer wieder auf e2 mit Schach usw. Aber remis war dem
GM zu wenig. Und
hier ist die gesamte Partie: |
| <<< zurück | e-mail: chesshero@gmx.net |